Ein Märchen für Kinder und Erwachsene



Das Leben ist ein Abenteuer, ein spannendes, aufregendes Abenteuer. Besonders, wenn man elf Jahre alt ist und das Leben voller Fragen steckt. Aber zum Glück gibt es Lunetto, den Nachtzwerg. Gemeinsam mit seinem Freund Klippo, einem vorlauten Vogel, steht er in einer Vollmondnacht im Garten, lädt die Kinder Fini und Matz in seine fliegende Karre und los geht es auf eine spannende Reise durch fünf geheimnissvolle Länder. Ob die turbulenten Zeiten im Frühlingsschloss, der Aufenthalt bei der Erdgöttin oder die Begegnung mit dem Furcht einflössenden mächtigen Wassergeist: In jedem Land liegen Botschaften verborgen, die entschlüsselt werden wollen. Doch mit Hilfe vieler zauberhafter Wesen wird die Reise zu einem atemberaubenden Erlebnis! 

Für Kinder ist dieses Märchen ein spannendes phantasievolles Lesevergnügen. Dem erwachsenen Leser offenbart es auf spielerische Weise die Fünf-Elemente-Lehre der traditionellen chinesischen Medizin. 

Leider musste der Heiden-Verlag seine Tore schließen. Wann das überarbeitete Buch wieder im Handel zu erhalten ist erfahren sie rechtzeitig auf dieser Seite.


Leseprobe: Im Feuerpalast

"Hallo, hier kommt niemand durch. Wer seid Ihr und was wollt Ihr?" Die Wache sprach ernst und vornehm, sie kam sich äußerst wichtig vor. Die Wache trug eine knallrote Uniform, einen eigenartigen Helm mit Goldpusteln, hielte eine Lanze in der Hand und versuchte einigermaßen bedrohlich auszusehen. Fini und Mats beeilten sich aufzustehen. Nach dem rasanten Flug waren sie unsanft auf dem blumenreichen Rasen gelandet. Fini zupfte sich ihr Kleid zurecht. "Ihr seht nicht gerade würdig aus eine Königin zu besuchen." , räusperte sich die Wache. "Mein Name ist Pericard. Ich sorge hier für Ordnung, damit die Königin in Ruhe regieren kann. Ich halte jegliche Art von Unsinn, Schwachsinn und Nichtigkeit von ihr fern. Ihr kommt doch nicht mit irgendwelchen einfältigen Wünschen?" "Mein lieber Pericard, ich möchte Dir Fini und Mats vorstellen, meine neuen Freunde.", ignorierte Woody, der Windgeist, die gewichtigen Worte des Palastmeisters. "Oh, neue Freunde. Wie schön! Das Wort "Freund" ist eines meiner Lieblingsworte. Und neue Freunde kommen immer zur rechten Zeit um ein Fest zu feiern."

Herr Pericard wurde unversehens sehr freundlich. "Jowohl!", bekräftigte Woody. "Meine neuen Freunde! Und den selbigen gewährt bitte Einlaß und eine Audienz bei der Herzkönigin." Mit diesen Worten blies Woody den Höfling zur Seite, wobei die Eingangspforte frei wurde. Der Würde seines Amtes folgend, sprang der empörte Hofmeister auf seinen Platz zurück. "Halt, halt, so geht das nicht. Du wagst Dich weit vor, mein Lieber. Erst habe ich Eure Angelegenheiten zu prüfen. Wie ich schon sagte, ist es meine Aufgabe unsere Hoheit vor sämtlichen Banalitäten zu verschonen. Sie kümmert sich nur um das wirklich Wichtige. Wo kämen wir denn sonst hin? Also, habt Ihr Klagen vorzubringen? Irgendwelche Reklamationen unser Reich betreffend? Dann tragt es vor! Jetzt und sofort! Die Königin soll verschont bleiben." Woody blies respektlos die Troddeln des Helms in die Höhe. Die Rede hatte ihn in keiner Weise beeindruckt. "Lass diese Albernheiten, Woody. Sonst bleibst Du draußen." "Ich? Ich bleibe draußen? Pass auf, dass der Palast nicht gleich einstürzt, weil sich alle Balken vor Lachen biegen." ....